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Die vielen Zimmer in der eingemauerten Welt.

Ich bin dort wo ich nicht sein will ...Es gibt hier viele Zimmer und in keinem soll ich sein. Eine Welt in der kein Licht vonnöten ist, ja, in der es Licht nicht gibt. Eine Ansammlung aller menschlichen Wohnungen die ich jemals kennengelernt habe ... Auch all meine Wohnungen in denen ich jemals wohnte haben ein Zimmer hier. Eine riesiges Haus mit hunderten Zimmern in der jedes für sich allein ein Heim darstellte ... Jetzt zusammengeführt in ein Labyrinth verlorener Geborgenheiten voller Dunkelheit und nicht funktionierender Lichtschalter ... Und auch wenn kein Licht ist, Ich kann trotzdem sehen, Nicht mit den Augen ... Irgendwie anders ... Grauer Geist, dem die eigene Farbe Angst macht.

Ich durchschreite ein altes Computerzimmer einer längst vergangenen Welt ... Wie lange hat mich hier der mechanische Geist gefangen gehalten und mich über unsinnigen Programmcode brüten lassen ... Und wie lange wird er es wohl noch tun? Irgendwie ist mein Gang durch die grauen Zimmer beschwerlich ... Ein innerer Widerstand der meine Beine schwer macht und den Moment zu einer unendlichen Zeit dehnt … Ein Unterwasserfilm in Zeitlupe, fasziniert betrachtet vom eigenen Geist. Ein großes Gebüsch stellt sich in den Weg und will mich nicht weiterkommen lassen ... Seine seltsam weichen Blätter drücken mich sanft in eine andere Richtung, ich kämpfe nicht dagegen an. Ich kenne diesen sanften Busch ... Er ist die zur Riesenhaftigkeit mutierte Topfpflanze die ich vor Jahren in irgendeinem zum Heim gewordenen Mauerwerk zurückließ als ich den Ausgang fand. "Wie stark er geworden ist" ... Durch die nächste Tür und schwaches graues Geisterlicht empfängt mich ... Ein durch dunkelgrüne Fliesen eingerahmter Raum erinnert mich an die Toilettenräume eines Gefängnisses ... Dunkel und verloren alles ... Hier ist niemand mehr und ich möchte schreien. Ich glaube es gibt nichts verloreneres auf der Welt wie eine alte eingetrocknete und verstaubte Urinale umgeben von dunkelgrünen, im grauen Licht längst nicht mehr glänzender Fliesen. Verlorenheit in der männlichen Vorstellungskraft. Das weibliche wird da etwas anderes sehen... Ein Zimmer mit einer mit Bettzeug zerwühlten Couch ... Ich will nicht wissen wer dort liegt ... Eine kleine, schwarze, noch junge Katze läuft hoch erhobenen Schwanzes des Weges. Seltsam vertraut ... Ich kenne sie ... Ich kenne sie ... Aber ich hab sie vergessen. Warum ist nur kein Licht? Die Katze ... Wo ist sie? Tür verschlossen ... Nein, hier darfst du nicht rein ... Weiter ... Ein längst vergessenes Wohnzimmer, Geborgenheit, warm, warm und leergefressen von der Zeit, Hohl und grau geworden in der Vergangenheit ... Ich will Licht ... Mein eigenes Grau, es reicht mir nicht. Etwas verbirgt sich hier vor mir ... Hier in den vielen dunklen Zimmern soll ich etwas lernen und eine schwarze Katze und ein großer Busch sollen meine Lehrer sein. All die vielen Zimmer sind wie in einem Kreis angeordnet. Sie haben alle ein Fenster zu einem dunklen Innenhof, und auf der anderen Seite des Innenhofes kann ich in einer grauen Wand die finsteren Augenhöhlen der Zimmer erahnen die es noch alle gibt. Die, die mir noch verboten sind, und die, in denen mich etwas Graues belehrt.
"Nein … Nicht die Belehrung … Die Räume wirst du noch kennenlernen müssen" belehrt mich der graue Geist und ich schaue in den tiefen Innenhof hinein ... Alte Möbel ... Achtlos irgendwann aus irgendwelchen Fenstern geworfen ... Zerbrochene Stühle, Alte Fernseher ... Illusion der Gemütlichkeit auf der Müllhalde deines eigenen Knastes ... Deiner eigenen Mauern ... Dunkelheit ... und niemanden interessiert es ...



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